Alpalltag
Händy
Während dem Alpsommer leben wir rund um die Uhr mit der Natur und für die Tiere. Moderne Maschinen oder das «Händy» (mobiles Telefon) erleichtern uns die strenge Arbeit. Möchten Sie bei uns auf einer Rigi-Alp leben?
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Guet Tag.
Schön, darf ich Dich auf dem Alperlebnisweg Rigi begrüssen, wo wir mit «Händys» telefonieren.
Für alle, die es noch nicht wissen, oder schon wieder vergessen haben:
- Auf der Alp gilt das Du. Darum bin ich die Margrit. Margrit ohne H. Ohne Firlefanz.
- Ich bin auf der Rigi aufgewachsen und war Älplerin zusammen mit meinem Mann Heiri. Jetzt bewirtschaften meine Tochter Lisa und ihr Mann Xaver die Alp. Und ich bin das stolze Grosi von ihrem Sohn Reto. Der hat einen Sennenhund und der heisst Barry.
(Muhen und Gebimmel im Hintergrund)
Unsere Alp ist für mich und meine Familie ein grosses Glück. Wir leben und arbeiten mit der Natur und für die Tiere. Die Rigi ist eine wunderschöne und zugleich anspruchsvolle Berglandschaft.
Wenn wir Älpler vom Weiden sprechen, meinen wir mehr als das Heuen und Streunen. Wir entfernen Geröll und Holz, die Steinschläge und Unwetter auf die Weide geworfen haben. Wir zäunen das Land ein, damit unser Vieh sicher grasen kann. Dazu kommen 100 weitere Arbeiten, die erledigt sein wollen: Wege zurechtmachen, Haus, Garten und Stall in Schuss halten, Gräben entwässern, Tristen schichten, Unkraut zurückbinden, Maschinen reparieren und und und.
Sieben Tage die Woche melken, füttern und versorgen wir unser Vieh. Wir freuen uns über gesunde Tiere und wir leiden mit, wenn eines von ihnen krank oder verletzt ist. Dann müssen wir handeln. Und zwar subito.
Auf der Alp ist es fast wie in einer Ehe: Wir halten zusammen in guten wie in schlechten Zeiten. Gemeinsam geniessen wir die sonnigen Tage. Miteinander gehen wir bei Wind und Wetter nach draussen, um unsere Arbeit zu tun. Als Älpler erfahren wir jeden Tag, dass die Natur stärker ist als wir Menschen. Das respektieren wir und können damit umgehen.
(Donnergrollen im Hintergrund)
Ui, es regnet wohl bald. Äxgüsi, ich rufe schnell meine Tochter an, die gerade das gemähte Gras von der Weide holt. (Handygeräusche) – Lisa? Ich bin’s. Brauchst Du Hilfe beim Heuen? – Nicht? Ihr seid schon fast fertig? – Ist doch selbstverständlich. Gerne. Ciao.
Bin ich froh, habe ich ein Handy und gibt’s überall auf der Alp Empfang. – (begeistert) Und im ganzen Haus fliessendes, warmes Wasser, eine Dusche, WC mit Spülung, Elektrizität und eine anständige Heizung. Einige wenige Alpen ohne Strom- und Wasseranschluss verfügen über eigene Solarpanels und Quellen. Verhältnisse wie in der sogenannt «guten alten Zeit» sind auf der Alp schon längst vorbei. Tempi passati, würden mein Enkel Reto meinen. Aber ich glaube, das habe ich schon einmal gesagt, oder?
Auch im Stall und auf der Weide sind wir zeitgemäss unterwegs. Ich sage nur: Melkmaschine und Mähmaschine. Sie und andere Geräte erleichtern unsere Arbeit auf der Alp.
Darum bleibt uns zwischendurch ab und zu Zeit, um einen Schwatz mit Rigi-Gästen wie Dir zu halten. Nach dem Einnachten checke ich meine Whatsapp, konsultiere ich die Wetter-App für den nächsten Tag, lisme ich an der Winterkappe für Reto weiter, oder wir klopfen in der Familie einen Jass und reden dabei über die Erlebnisse des Tages.
Ich hoffe, auch Du geniesst Deine Zeit auf der Rigi und ihren Alpen.
Ich danke Dir fürs Zuhören.
An der nächsten Station vom Alperlebnisweg Rigi erzähle ich Dir mehr über das Leben auf den Rigi-Alpen.
Bis bald. Hebs guet.