Landschaftspflege
Blüemli & Chrütli
Auf der Rigi wachsen vielfältige «Blüämli & Chrütli» (Blumen & Kräuter). Diese einzigartige Berglandschaft kultivieren wir Älplerinnen und Älpler mit viel Herzblut. Zwischendurch haben wir trotzdem Zeit, einige «Tschäppl» zu flechten. Was meinen Sie, ist das wohl?
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Guet Tag.
Ich bin’s, die Margrit.
Schön, darf ich Dich auf dem Alperlebnisweg Rigi mit seinen vielfältigen «Blüämli & Chrütli» begrüssen.
(Summen und Brummen, Grillenzirpen, Wind im Hintergrund)
Tüüüf dureschnuufe. Spürst Du auch diese weite Landschaft, die Weiden, den Wald, das Gras, die Blumen, die Kräuter?
Diese einzigartig schöne Rigi-Landschaft kultivieren wir Älpler, damit auf den Weidenflächen saftiges Gras spriesst, die vielfältigsten Pflanzen und Lebewesen blühen und der Blick ungehindert über die Herrlichkeit der Welt schweifen kann.
Was ich früher als Kind auf der Rigi selbst getan habe, mache ich immer noch – heute einfach mit meinem Enkel Reto: Wiesenblumen pflücken und daraus einen bunten Kopfkranz oder eine Halskette flechten.
Im Herbst, kurz vor dem Alpabzug, sammeln wir besonders viele Wiesenblumen. Daraus flechten wir die sogenannten «Tschäppl». Das sind die Kronen, die unsere Kühe und Rinder beim Alpabzug ins Tal tragen. Besonders grosse «Tschäppl» binden wir Kühen auf den Kopf, die während des Alpsommers viel Milch gegeben haben oder der Herde am besten vorangehen. Hast Du schon mal einen Alpabzug miterlebt? Nicht? Ungefähr Mitte September ist jeweils es so weit. Wäre doch schön, wenn Du das nächste Mal zuschauen würdest, oder?
Weil wir Älpler Blumen so gern haben, zieren sie als kunstvolle Stickereien unsere Hirtenhemden, Kleidungen und Trachten. Hinter den Motiven steckt oft viel Handarbeit. Die blumenverzierten Gewänder tragen wir im Alltag, bei festlichen Anlässen wie dem jährlichen Rigi Schwing- und Älplerfest oder eben beim Alpabzug.
Eine Pflanzengattung hat es mir besonders angetan: die Alp-Kräuter. Die Rigi ist voll von ihnen! Am meisten fasziniert mich ihre heilende Wirkung: Der Tee aus Brennnesseln regt die Durchblutung. Das Öl der geschützten Arnika lindert Muskelschmerzen. Der Tee aus Kamillen hemmt Entzündungen. Der Schnaps aus den Wurzeln des Blutwurzes hilft gegen Magenweh. Und mit dem Tee des Augentrosts spüle ich entzündete Augen aus.
Wenn Du mehr über Rigi-Kräuter wissen möchtest, habe ich zwei Tipps für Dich:
- Den Kräutergarten vom Kräuterhotel Edelweiss auf Rigi Kaltbad direkt bei der Rigi Bahn-Station Staffelhöhe. Hier wachsen an die 600 verschiedene Kräuter!
- Den Wildpflanzen- und Kräuterspaziergang auf der Seebodenalp. Geführt von Experten, lernst Du allerlei Kräuter kennen.
(Ein Summen kommt näher und nervt)
Was ist das jetzt für ein Viech? Ah, eine Libelle.
Genau. Vor lauter Schwärmen über die Rigi-Pflanzen und -Kräutern habe ich vergessen, dass auf den Rigi-Alpen auch unzählige tierische Arten herumschwirren. Bei uns wimmelt, kreucht und fleucht es nur so von kleinen Lebewesen. Schau genau hin und Du entdeckst Schmetterlinge, Falter, Bienen, Libellen, Käfern, Heuschrecken, Spinnen, Raupen, Würmer, Schnecken und was noch alles Beine und Flügel hat.
Die Artenvielfalt unter, auf und über den Rigi-Alpen ist riesig.
Ich danke Dir fürs Zuhören.
An der nächsten Station vom Alperlebnisweg Rigi erzähle ich Dir mehr über das Leben auf den Rigi-Alpen.
Bis bald. Hebs guet.