Milchkuhhaltung

Mälchä

Unsere Kühe weiden am liebsten auf den Rigi-Alpen, wo sie feines Gras und würzige Kräuter fressen. Dazu saufen sie vom frischen Bergwasser. Kein Wunder, geben sie beim «Mälchä», (Melken) so viel gute Milch. Was denken Sie, wie viele Liter Wasser trinkt eine Kuh pro Tag?

  • Guet Tag.

    Ich bin’s, die Margrit.

    Schön, darf ich Dich auf dem Alperlebnisweg Rigi zum «Mälchlä» begrüssen.

    (Glockengebimmel und Muhen kommt näher)

    (lacht) Hallo, Selma! Was willst Du jetzt schon wieder von mir?

    Das ist unsere Selma, mein Schätzeli. Sie ist eine richtige Wundernase. Jede Kuh hat ihren eigenen Charakter, oder «Grind», wie wir sagen. Das ist bei uns Älplern nicht anders, oder? (lacht)

    (Lautes Muhen)

    Da hinten beim Hagstud grast die Bella, sie ist etwas scheu. Gleich daneben kauen die Nora und die Bianca, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Wir Älpler rufen jede einzelne Kuh beim Namen. Kein Wunder, wir sind ja auch den ganzen Sommer über zusammen. Da lernt man sich gegenseitig kennen. Erst kürzlich hat mein Enkel Reto ein frischgeborenes Kälbchen getauft: Belinda. So herzig.

    (Glockengebimmel)

    Die Kühe trotten gerne über die sanften Rigi-Weiden. Auf ihnen wachsen jede Menge saftiges Gras und würzige Kräuter. Die Kühe fressen sehr gerne davon, weshalb ihre Milch super schmeckt. Auch ihr Durst ist gross: 80 bis 100 Liter Wasser trinkt so eine Kuh pro Tag. Mich dünkt, die Selma ist eine grosse Wassersäuferin, weil sie besonders viel Milch gibt, aus der dann feiner Alpkäse produziert wird.

    Als junge Frau habe ich mich morgens und abends aufs Melkstühlchen gesetzt und jede einzelne Kuh von Hand gemolken. Pro Kuh und Melken waren das immer etwa 25 Liter Milch. – Da kommt mir gerade die Fiona in den Sinn. Sie war etwas kitzlig am Euter. Oder die Tina. Die hat mich immer etwas skeptisch angeschaut, wenn ich sie melken wollte. Wie gesagt, jede Kuh hat ihren eigenen «Grind» bzw. Euter.

    Heute melken wir auf der Alp natürlich mit Hilfe einer Maschine. Ist praktischer und schneller. Aber eines ist gleichgeblieben: kitzlig oder skeptisch sind die Kühe immer noch.

    Auch bei mir ist etwas immer gleichgeblieben: Zum Zmorge trinke ich am liebsten ein Glas frische Alpenmilch. Das macht die müdestes Margrit munter.

    (lautes Muhen)

    Ich danke Dir fürs Zuhören.

    An der nächsten Station vom Alperlebnisweg Rigi erzähle ich Dir mehr über das Leben auf den Rigi-Alpen.

    Bis bald. Hebs guet.