Musical

Die Küssnachter Theaterleute präsentieren "Die Opernsängerin"

Im Bethlehem
Im Bethlehem  3,  6405 Immensee
Wer bekommt eine Stimme?
Wer kann diese durchsetzen?
Wem wird Gehör geschenkt?
Wem Glauben?
Und vor allem: Weshalb?

Veranstaltungsdetails

Theaterproduktion "Die Opernsängerin" der Küssnachter Theaterleute

Ein herrschaftliches Anwesen mit grosszügigem Umschwung in Südfrankreich. Kein ÖV-Anschluss, der nächste Ort liegt sie- ben Gehstunden entfernt. Ein heisser Nachmittag im August. Landidylle.

So denken sich jedenfalls Manu und Maja, als sie sich bei ihrer Freundin Elena ferienhalber einquartieren. Was sie dagegen erwartet, entpuppt sich als Seifenoper der anderen Art. Statt unbeschwerter Tage in der Pampa treffen die beiden Freund*innen auf ein immer absurder anmutendes Figurenkabinett.

Da ist zum einen Elenas Vater (oder Stiefvater?), der immer noch das Gefühl hat, seine Reiterhose aus den 70ern passe ihm wie angegossen; sein bester Freund, der morgens mit einer Kiste Wein im Türrahmen steht, um sich in alten Erinnerungen zu er- und betrinken; schliesslich Elenas Mutter, eine abgehalfterte Opernsängerin, die aber in drei Tagen ein sehr wichtiges Konzert hat und deswegen täglich mindestens vier Stunden proben muss. Und dann schwebt da noch über allem die unsichtbare Bedrohung eines Schwarms von Tigermücken, der sich in der Zisterne hinter dem Haus eingenistet hat ...

Manu und Maja müssen sich entscheiden: Spielen sie dieses groteske Schmierentheater mit? Ergreifen sie Hals über Kopf die Flucht? Oder trotzen sie den festgeschriebenen Regeln von Status und Narrativ und erzählen die Geschichte auf ihre Weise?

2024 präsentieren die Küssnachter Theaterleute eine Uraufführung. Die Basler Autorin und Spoken Word-Künstlerin Daniela Dill setzt sich in ihrem Text mit der „Macht des Erzählens“ auseinander. Wer bekommt eine Stimme? Wer kann diese durchsetzen? Wem wird Gehör geschenkt, wem Glauben und vor allem: Weshalb? Wer kann Geschichte schreiben? Zudem dient das Narrativ auch als Mittel zur Emanzipierung, zur Selbstbehauptung, immer stets vor der Frage: Was ist real bzw. was wird für wahr gehalten? Und eben: Weshalb?

Gleichzeitig richtet «Die Opernsängerin» den Blick auf die Frage nach sozialer Herkunft und Klasse. Welche Regeln und Verhaltensweisen gehören zur Teilhabe an gehobenen Kreisen? Wie reagiert eine Elite, wenn sie sich mit ihrem Niedergang konfrontiert sieht? Und was geschieht, wenn sich die Einzelnen über die Vielen stellen?

Nach den erfolgreichen Produktionen «DIE WEBER» und «SEELENBODEN. Eine Gratwanderung», die jeweils an einen bestimmten Ort gebunden waren, zieht es die Theaterleute mit dem Regie-Duo Christof Bühler und Sandro Griesser wieder in den warmen, trockenen Theatersaal in Immensee. In acht Vorstellungen vom 8. bis 23. März wird hier Abend für Abend der Glanz von Bourgeoisie, Hochkultur und Mozarts «Zauberflöte» heraufbeschworen und wieder zunichte gemacht. Eine Opera buffa aus der Provinz, eine Abschiedserklärung an die Dramatik und das Regietheater mit der vollen Wucht eines kollektiven Schlussakkords.

Spiel: Laura Baumberger, Chantal Gattone, Patrick Hediger, Chantal Kaufmann, Philipp Michel, Hilde Nigg, Milena Pfister, Simone Ulrich, Julia Vonwyl.
Regie/Szenografie: Christof Bühler. Regie/Dramaturgie: Sandro Griesser. Text: Daniela Dill. Musik: Simone Felber. Kostüm: Clara Sollberger, Flavia Bienz. Maske: Reto Bernhard Hairstylist Lichtdesign & Technische Leitung: Markus Güdel. Sounddesign: Adrian Würsch. Grafik: Aline Bühler. Webdesign: Simone Ulrich. Finanzen: Chantal Gattone. Produktionsleitung: Nora Ly.

Weitere Informationen

www.kuessnachter-theaterleute.ch