Projekt SMART

Erneuerung Seilbahn

Die Pendelbahn Weggis-Rigi Kaltbad ist mit über 50 Jahren Betrieb am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangt. Die RIGI BAHNEN AG plant, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und anhand des Berichts der Eidgenössischen Natur- und Heimatkommission (ENHK), eine Gondel-Umlaufbahn zu realisieren. Das Projekt SMART vereint Zurückhaltung, Effizienz und Gästekomfort. Es stellt sicher, dass der Gemeindeteil Rigi Kaltbad nachhaltig ab Weggis erschlossen ist.

Erneuerung Seilbahn
Sicht aus der geplanten Gondelbahnkabine
Sicht aus der geplanten Gondelbahnkabine – © RIGI BAHNEN AG
  • Die neue Gondelbahn erlaubt einen auf das Gästeaufkommen abgestimmten Betrieb. An frequenzstarken Tagen sind alle geplanten 21 Gondeln im Einsatz, was ungefähr dem heutigen Dauerbetrieb an der Luftseilbahn entspricht. An frequenzarmen Tagen bzw. für die Erschliessungsfahrten zu Randzeiten ist ein Konvoibetrieb mit 4 talwärts und 4 bergwärts fahrenden Gondeln möglich, was dem heutigen Halbstundentakt der Luftseilbahn gleichkommt.

    TRANSPORTKAPAZITÄT

    Durch die neue Gondelbahn wird die Transportkapazität leicht von 650 auf 800 Personen pro Stunde erhöht. Mit der moderaten Erhöhung der Transportkapazität werden die Wartezeiten an Spitzentagen reduziert. Diese treten besonders an Wochenenden mit Hochnebel und im Winter, sobald die Sonne untergeht und die Gäste geballt die Talfahrt anstreben, auf. An Spitzentagen war bereits vor der Corona Krise der Anteil der Schweizer Gäste bei über 90%. Insofern profitieren primär die Schweizer Gäste von einer Anpassung der Transportkapazität.

    ANZAHL GONDELN

    Die geplante Gondelbahn wird ihren Betrieb mit 21 Gondeln aufnehmen und ist technisch auf maximal 31 Gondeln ausgelegt. Bei einer Laufzeit von mindestens 35 Jahren gibt dies kommenden Generationen die Möglichkeit, bei entsprechender Nachfrage, weitere 10 Gondeln zu erwerben und die Kapazität auf maximal 1200 pro Stunde zu erhöhen.

    Veranschaulichung Konvoibetrieb

  • Der Gästekomfort wird durch eine Gondelbahn massiv erhöht.

    • Die Kabinen mit 10 Sitzplätzen ermöglichen dem Fahrgast eine Sitzgelegenheit und die fantastische Aussicht auf den Vierwaldstättersee auch an hochfrequentierten Tagen zu geniessen anstatt wie heute dichtgedrängt ohne jeglichen Fahr- und Aussichtskomfort.
    • Die neue Gondelbahn trägt dem Bedürfnis nach Abstand und Sicherheit Rechnung.
    • Der Gondelbetrieb ermöglicht eine zeitunabhängige Nutzung der Bahn. Gäste können entspannt, ohne Zeitdruck und ohne vorgegebenen Fahrplan die Bahn nutzen.
    • Um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern, hält jede Gondel in den Stationen komplett an (Komfort Stopp). Dies kommt nicht nur Familien und älteren Gästen zugute, sondern stellt auch die Umsetzung der Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetz für einen barrierefreien Zugang sicher.
  • Die Materialisierung der Tal- und Bergstation trägt zu einer harmonischen Einbettung in die Landschaft bei. Mit dem hohen Anteil an Holz sowie begrünten Dächern nimmt das Projekt SMART die Gestaltungsempfehlungen der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) weiterhin auf. Die qualitätsvolle architektonische Gestaltung der Berg- und Talstation SMART beruht auf dem Siegerprojekt «Luegisland» des Architekturbüros Graber&Steiger aus dem breitabgestützten Projektwettbewerb nach SIA 142. Das gestalterische und modular anpassungsfähige Konzept aus dem Siegerprojekt hat sich in der anspruchsvollen Weiterbearbeitung bewährt. Trotz umfassender Redimensionierung der Berg- und Talstation ist es den Luzerner Architekten zusammen mit der Bauherrschaft gelungen, die konzeptionell vorhandene hohe architektonische Qualität zu erhalten.

    BERGSTATION

    Durch das Absetzen der Bergstation vom heute mit der Bergstation verbundenen Gebäude «Résidence» profitieren die benachbarten Wohnungen neu von den schallentkoppelten Gebäuden. Die neue Bergstation trägt zudem dem Ortsbild als alleinstehendes Volumen sowie der starken Architektur des Botta-Bades und der Rigi Résidence Rechnung.

    Visualisierung Talstation
    Visualisierung Talstation – © RIGI BAHNEN AG
  • Die Linienführung der neuen Gondelbahn bleibt auf der Seilachse der bestehenden Pendelbahn. Die heute aufgrund der Luftseilbahn schon bestehende Schneise im oberen Bereich des Chilewaldes wird von der geplanten Gondelbahn weiterhin genutzt. Im unteren Bereich des Chilewaldes fährt die geplante Gondelbahn über den Baumkronen und es sind daher keine neuen Rodungen notwendig. Im Bereich der heutigen Stütze 1 ist ein partielles Niederhalten des Waldes nötig, damit die geplante Gondelbahn diesen Bereich passieren kann. Es handelt sich bei der Gondelbahn grundsätzlich um einen Ersatzbau, welcher abgesehen von neuen und zusätzlichen Masten-Standorten keinen neuen Eingriff in die Landschaft der Rigi darstellt. Basierend auf dem unabhängigen Bericht der Eidgenössischen Kommission für Natur- und Heimatschutz (ENHK) wird der Landschaftscharakter und die Authentizität der Landschaft nicht wesentlich verändert.

     

    Aus Sicht der ENHK wird die Gesamtansicht der Silhouette der Berglandschaft durch die Tieferlegung der Seile und insbesondere dem Rückbau der beiden Betonmasten I und II verbessert. Gegenüber dem heutigen Zustand hat die Planung der Gondelbahn das Ziel von weniger Standorten aus (Horizont) sichtbar zu sein und weniger in Erscheinung zu treten. Durch die neuen Masten wird die Funktion des Schutzwaldes nicht beeinträchtigt. 

    Visualisierung Strecke LWRK vs GWRK

    Sicht aus der geplanten Gondelbahnkabine
  • Neben dem lärm- und energieoptimierten Antriebskonzept von Garaventa stellen wir den Anspruch an uns selbst, alle Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung des Projekts zu prüfen. Unter anderem klären wir die Verwendung von Abwärme des Antriebsmotors zur Heizung von Räumen oder sogar für die Heizung des Wassers im Mineralbad ab. Photovoltaik soll zusätzlich einen Beitrag für eine nachhaltige Stromgewinnung leisten. Ein zukunftsgerichtetes Mobilitätskonzept wird erarbeitet, welches den Bedürfnissen nach optimaler Anbindung an den öffentlichen Verkehr als auch der Transformation des Individualverkehrs Rechnung trägt.

  • Für die Seilbahnerneuerung ist eine Teilrevision des Zonenplans und des Bau- und Zonenreglements notwendig. Dies ist Voraussetzung, damit die Baubewilligung für den Ersatz einer bestehenden Anlage oder den Neubau einer Seilbahn bei den Behörden bearbeitet werden kann. Als die alte Pendelbahn vor über 50 Jahren erstellt wurde, gab es diese behördliche Voraussetzung noch nicht. Insofern stimmen die Weggiser Bürgerinnen und Bürger nicht über den vorgestellten Seilbahntyp ab, sondern ob innerhalb des definierten Seilbahnkorridors und der Zonenanpassung Kaltbad eine Erschliessung mittels Seilbahn möglich ist oder nicht. Vergleichbar sind die Abstimmungen zu Gewerbezonen, Wohnzonen oder Landwirtschaftszonen.

     

    Die RIGI BAHNEN AG hat sich bewusst dazu entschieden den Seilbahntyp und auch die Gestaltung öffentlich zu machen, damit eine umfassende Transparenz gewährleistet wird. Das Verfahren für die Ausscheidung des Seilbahnkorridors ist Aufgabe der Gemeinde Weggis. Wenn über den Seilbahnkorridor und die Zonenanpassung abgestimmt wurde, wird das Plangenehmigungsverfahren und die Baueingabe für Seilbahnen beim Bundesamt für Verkehr eingereicht.